7s Turnier in Graz 24.9.22

Das erste 7s-Challenge-Cup-Turnier in Graz gab uns erfreuliche Rückschlüsse. Wir sind dem Mitbewerb näher gekommen.



Nach drei Jahren Wiederaufbau und Pandemie sind wir nun in der glücklichen Lage uns selbst auch wieder sportliche Ansprüche zu stellen. Es geht nicht mehr nur darum, irgendwie teilzunehmen. Es geht auch darum, zu gewinnen. Gleichzeitig aber ebenfalls darum, den Spaßfaktor nicht außer Acht zu lassen, neue Ruggers möglichst schnell zu integrieren und spielen zu lassen. Wir versuchen die Quadratur des Kreises. Ein kühnes Vorhaben, das uns beim ersten Meisterschaftsturnier in Graz gelang.


Tigers vs. Maribor 42:10 (21:5)

Der erste Gegner waren die Mariborski. Die Älteren unter uns freuten sich sehr, sie wieder am Platz zu sehen, nachdem sie vom Spielbetrieb lange drei Jahre von der Bildfläche verschwunden waren. „They never come back“ heißt eine viel zitierte Formel aus dem Boxsport, die auch von anderen Sportarten gerne bemüht wird. Maribor straft der zum Glück Lügen. Recht forwardlastig laufen sie auf. Wir wussten: Es wird oft wehtun. Aber wenn wir unsere schnellen Runner in Position bringen, gewinnen wir. So war es auch. Das klare 42:10 täuscht ein wenig. Das Spiel hätte eine andere Richtung nehmen können, aber das Momentum war unser Freund.


Tigers vs. Graz I (7:33)

Vor dem Turnier redeten wir von der Pflichtwatschen, die wir gegen den Staatsmeister ausfassen werden, sie sollte aber nicht zu deftig ausfallen. Unser Ziel war es, deren zwei zu holen, einmal in der Gruppenphase, einmal im Finale abzuholen. So kam es letztlich auch. Von diesen 14 Minuten konnten wir fünf gut mithalten. Wir spürten, dass die Ohnmacht vergangener Jahre nicht mehr angebracht ist. Wir verlieren das, aber wir lernen und wollen näher kommen. Matthieu scorte mit einem frechen Steal die letzten Punkte. Für uns mehr im Gedächtnis niedergeschrieben, als ein paar Fehler, die zur Niederlage führten.



Tigers vs. Linz 14:7 (14:7)

Unser Finale. Das Spiel, wo wir ausschließlich aus sportlichen Gründen aufstellten, um immer die vermeintlich bestmögliche Truppe am Platz zu haben. Linz scorte gegen Graz 19 Punkte. Wir haben das nicht mitbekommen und es war besser so. Der Sieg war verdient. Wir waren wesentlich öfter in der 22er von Linz als umgekehrt. Bei einem so engen Spiel kann es dennoch durch Konter umgekehrt laufen und dann ist es genauso verdient. Weil die anderen ihre Chancen besser nützten. In der ersten Hälfte wurde eine komfortable Führung verabsäumt. Luca und Matthieu waren zur Stelle. Matthieu kickte wie ein Profi, brachte beide Conversions zwischen die Stangen. Er verfehlte an diesem Tag gar keinen Kick. 8/8 war seine sensationelle Bilanz. Wie Phil Tylor früher im Darts auf seinen Lieblingsdoppel- In der zweiten Hälfte war Unruhe bei beiden Teams gegeben. Hektik. Bei uns einen Tick weniger. So konnten wir den Sieg über die Zeit bringen und uns einmal zufrieden zurücklehnen: Unser Ziel war erreicht.



Tiger vs. Graz II (14:19)

Eigentlich wollten wir im Finale „just for fun“ einiges versuchen. Linz fiel aber um das Spiel um Platz drei um, Maribor gab w.o.. So entschlossen wir uns (mit Einverständnis vom Gegner) den einen oder anderen Linzer bei uns mitmischen zu lassen, um Graz noch besser fordern zu können. Letztlich war es ein Duo, das für uns verstärkte, rund 10 Minuten davon der ehemalige Cap vom NT Austria, Stefan Ehrentraut. Ja und wir konnten mit einer besseren Defensivleistung Graz fordern. Wir waren einige Minuten nach Trys von Matthieu und Leo sogar vorn. Matthieu brillierte wiederum mit seinen Conversions, er traf einfach alle. 14:12 für uns. Einen Try samt Erhöhung mussten wir dennoch hinnehmen. Captain Patrick Wexler hat das nicht im Kopf, freut sich nach einer sensationellen Tryverhinderung mit dem Schlusspfiff tierisch über den vermeintlichen Turniersieg. Seine Enttäuschung nach Aufklärung war dennoch nicht schwerwiegend: Dieser zweite Platz nach diesem Finale fühlte sich wie ein Sieg an.

Diesen Weg beabsichtigen wir weiterzugehen. Die Balance aus Spaß, Integration von Anfängern und sportlichen Anspruch halten. Das geht runter wie Öl.




Auf Matthieu und Leo müssen wir hinkünftig leider verzichten. Ersterem kam Erasmus abspenstig, Zweiterer beendet seinen Arztturnus in Spittal. Beide waren großartig für uns. Sportlich wie menschlich. Aber das ist auch Rugby: Kurze, intensive Gastspiele genießen und zu danken. Wir wünschen beide alles Gute und freuen uns zugleich, dass sie vor einem fantastischen nächsten Lebensabschnitt stehen.


Turnierergebnis

1. RC Graz

2. RC ANEXIA-Tigers Klagenfurt

3. RC Linz

4. RK Maribor


Kader:

Luca Ardelean

Matthieu Déqué

Jürgen Knopper

Luka Lechner

Mathias Pickl

Leo Richter

Julian Spendl

Matthias Tschinder (VC)

Sascha Trippold

Patrick Wexler (C)


Punkte

Matthieu Déqué 31

Patrick Wexler 14

Luca Ardelean 10

Mathias Pickl 10

Lukas Lechner 5

Leonard Richter 5

Jürgen Knopper 2

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